Notizen. Mein privates Weblog

2011. Ein Jahr in Arbeit

Januar
Ich bin im Berliner Büro von Spiegel Online, es ist bitterkalt und schneit. Die Innenminister fordern die Speicherung von Vorratsdaten. Déjà vu, anyone?

Februar
Mein Volontariat geht zu Ende, ich bin nun Redakteur im Ressort Netzwelt bei Spiegel Online in Hamburg. In diesem Monat beschäftigen mich unter anderem WikiLeaks und E-Mails der NPD. Aus Solidarität zu allen Wissenschaftlern zeige ich Guttenberg in Berlin den Schuh.

März
“Privatsphäre ist sowas von Eighties”

April
Ich sage dem Kernkraftwerk vor der Haustür Guten Tag, besuche die Re:Publica in Berlin und schaue in meinem Telefon nach, wo es überall gewesen ist. Unter anderem an der Henri-Nannen-Schule, da war ich Dozent, und in Kopenhagen. Da fährt von Hamburg aus ein dieselbetriebener ICE hin. Podiumsdiskussion zur Spackeria in Berlin.

Mai
Ich schreibe über Sony und die Piratenpartei. Maria Marquart und ich gewinnen den dritten Platz beim Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Thomas Dybdahl spielt in Hamburg. Online-Talk zur “Digitalen Gesellschaft” auf DRadio Wissen.

Juni
kino.to wird hochgenommen, rund 48.000 Facebook-Nutzer empfehlen das. Die Chefs von Sony und Universal Music in Deutschland beschweren sich über die Gema.

Juli
Der Cyberwar bricht aus. Zumindest in den Köpfen. Ich kommentiere die Denkfehler der Scharfmacher Uhl & Co. Wie wird das Netz in fünf Jahren aussehen? Wieder an der Nannen-Schule als Dozent. Urlaub in Irland. Es regnet viel und ich surfe zum ersten Mal. “I’ll be your mirror”-Festival in London. Portishead, Caribou!

August
Netzkommentar auf DRadio Wissen.

September
In meiner alten Landeshauptstadt treffen Facebook und Datenschutz aufeinander. “Freiheit statt Angst”-Demo in Berlin. Piratenpartei. Ich besuche die Tokio Game Show und esse viel Ramen. @gutetexte geht an den Start. Neue Aussicht.

Oktober
Der Staatstrojaner. Telecomix im gedruckten Spiegel: “Revolutionshilfe aus Berlin”. Christian Hellers Post-Privacy-Buch.

November
Ich spiele “Battlefield 3″ und bin entsetzt und begeistert. Ich schreibe ein Buch. Außerdem zu Gast an der Uni Hamburg im Journalistik-Studiengang, Thema Web-Recherche.

Dezember
Ich sehe eine Hacker-Doku, wenig später die Protagonisten in echt auf dem 28C3. Ramen in London ist nicht ganz so toll, dafür super indisches Essen. Und Beigel.

Ausgelagertes Gedächtnis, all zu private Details ausgespart. Was für ein Jahr! Natürlich noch viel mehr vorgehabt und deswegen leicht unzufrieden, dabei alles sehr, sehr großartig.

2.1.2012 · Notizen · Kommentieren

“Sie nennen es Leben: Was Jugendliche im Netz wirklich machen

Hannah Pilarczyk räumt auf mit dem Mythos Digital Natives. Schließlich gibt es die Generation Internet nur in den Köpfen jener Autoren, die sie beschwören — mal zum Guten, wenn Twitter-Revolutionen ausgerufen werden oder von weltweit vernetzter Intelligenz geschwärmt wird; mal zum Schlechten, wenn der Untergang des Abendlandes mal wieder in greifbare Nähe gewünscht wird oder die “Bild”-Zeitung von einer durch Internet-Pornos verrohten Jugend träumt, die “immer früher, immer häufiger, immer extremer” Sex haben. Obwohl das Gegenteil der Fall ist.

Hannah Pilarczyk. Sie nennen es Leben

Schluss mit der Generation Internet…

28.10.2011 · Notizen · · · Kommentieren

Mein Block

… reicht vom 1. bis zum 13. Stock.

26.10.2011 · Notizen · · · Kommentieren

Holzmedien entdecken The Twittersphere


New York im Oktober 2011 (via Super Punch)

Alle zehn Twitter-Cover ansehen…

5.10.2011 · Notizen · · · Kommentieren

Eigentlich wollte ich nie nach Hannover

vgl. auch “ich wollte nie nach hassfurt” (Facebook-Link)

3.10.2011 · Notizen · Kommentieren

Facebook schafft Klicks ab, Deutschland verdoppelt

Ein zweiter Klick für mehr Datenschutz, so bauen gerade Websites wie Heise Online und der Tagesspiegel die Like-Buttons von Facebook, Twitter und Google ein. Bevor der Button angezeigt und somit Kontakt zu den Serverfarmen der Anbieter aufgenommen wird, muss man diese mit aktivieren. Vorher ein Klick, jetzt zwei.

Facebook ist schon einen Schritt weiter — und schafft das Klicken gleich ganz ab. Möglich macht es ein Bündel neuer Facebook-Funktionen, die euphorisch Open Graph genannt werden. Die Nutzer richten einmal eine App ein, schon wird im Hintergrund gesammelt, welchen Text man liest, welchen Film sieht, welche Musik hört. Einfach so, ohne Like-Button.

Denn Facebook hat erkannt: Das ständige Klicken nervt, fordert Aufmerksamkeit, die von immer mehr sonstwie sozialen Diensten in Anspruch genommen wird. Die zahlreichen Helferlein, die Einträge von Google+ automatisch zu Twitter pumpen, wo dann ein anderes ein Backup anlegt und es wiederum an Facebook weiterverteilt, sind ein Symptom dieses sozial-medialen Overloads. Facebook schafft also den Klick ab. Nimm das, Datenschutz!

28.9.2011 · Notizen · · · Kommentieren

Wie Longreads, nur auf Deutsch: @gutetexte

Die Idee hinter @gutetexte ist so einfach, dass sie eigentlich mit dem Namen bereits fast erklärt ist. Über den Twitter-Account @gutetexte werden lesenswerte Texte in Deutscher Sprache weiterempfohlen, die im Netz frei zugänglich sind. Herausragende Artikel, die den Leser bewegen. Intellektuell oder emotional, am besten beides zusammen.

Inspiriert ist @gutetexte vom großartigen Longreads, wo seit zwei Jahren herausragende Texte in englischer Sprache empfohlen werden. Für alle, die gerne lange, anregende Texte lesen, ist Longreads unverzichtbar. Schade ist einzig, dass Longreads keine deutschen Texte empfiehlt. Diese Lücke will @gutetexte schließen.

Hinter @gutetexte stehen David Bauer, einst Studienkollege von mir, heute als freier Journalist tätig, und ich. Wir beabsichtigen, den Kreis der Kuratoren in einem späteren Schritt zu erweitern, ab sofort nehmen wir natürlich Hinweise auf empfehlungswürdige Texte gerne entgegen.


Wer selber gute Texte entdeckt, darf uns gerne darauf aufmerksam machen. Per @reply an @gutetexte oder per E-Mail an gutetexte[at]gmail.com.

Sämtliche via @gutetexte empfohlenen Texte werden auf der Longreads-Seite von Gute Texte gesammelt.

Dies ist ein Crossposting von davidbauer.ch.

26.9.2011 · Notizen · · · Kommentieren

Unterschreiben gegen Vorratsdaten

Das mit der Speicherung der Vorratsdaten wird gerade wieder ernst — und eine Online-Petition dagegen braucht noch sehr dringend Unterstützung. Wenn alle Journalisten mitzeichnen würden, wäre das Quorum mehr als erfüllt.

Die “Freiheit statt Angst”-Demonstration am Samstag fiel als großes Signal eher aus. Zu wenig Teilnehmer, die SPD lieber abwesend (auch wenn Alvar Freude im roten T-Shirt dabei war). Immerhin war die Mischung lustig: Kiffer, Trotzkisten, Verschwörungstheoretiker, Atomkraftgegner unisono mit Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast und den Piraten gegen Überwachung. Lustig auch die Jungen Liberalen, die natürlich gegen die mittlerweile abgeschaffte Speicherung von Arbeitnehmerdaten protestierten.

Bild bearbeitet, Original von opyh, unter CC-Lizenz.

11.9.2011 · Notizen · · · 2 Kommentare

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