Notizen. Mein privates Weblog

Nach Nordrhein-Westfalen

Krise, welche Krise? Während in Spanien erbittert demonstriert und in Griechenland gestritten wird, schafft es die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen nicht in den Landtag. Und die FDP gibt es auch noch, wer hätte das gedacht.

sinddiepiratenschonimlandtag.de?

13.5.2012

Piratenparteitag in #neumonster

Piratenpartei in Neumünster #bpt12

Die Hype-Partei trifft sich in Neumünster zum Parteitag: Ich beobachte mit Annett Meiritz und Fabian Reinbold, wie die Piratenpartei erwachsen wird. Hier geht es zu den Artikeln, dich ich (mit)geschrieben habe.

29.4.2012

“Redezeit” auf NDR Info zur Piratenpartei

Machen die Piraten die Demokratie kaputt? Ich war Gast Dienstagabend in der Radiosendung “Redezeit” auf NDR Info, zusammen mit den Politikwissenschaftlern Christine Landfried aus Hamburg und Gerd Langguth aus Bonn. Ich glaube, es gibt da noch unterschiedliche Vorstellungen, was durch das Internet alles möglich wird. Aber: schöne Diskussion, auch mit zugeschalteten Wählern und Gegnern der Piraten.

Hier gibt es den Podcast (55 Minuten)

17.4.2012

Leseliste

Jon Stewart and the Burden of History (Tom Junod, Esquire)

And there it is again, that denial of power upon which his power depends. It’s strange, isn’t it: One of the fastest and most instinctive wits in America feeling it necessary to go on explaining himself again and again; a man who lives to clarify resorting to loophole; the irrepressible truth-teller insisting on something that not one person of the two hundred watching his show in the studio — never mind the millions who will watch on television — can possibly believe.

Sein Text über Angelina Jolie soll das schlechteste Portrait eines Stars aller Zeiten gewesen sein, schreibt “Slate” über Tom Junod. Wie er sich dem Hoffnungsfigur des liberalen Amerika nähert, ist toll. (via Jason Kottke)

Trailer zur HBO-Serie “The Newsroom” (YouTube)

Jon Stewart hält die 24-Stunden-Nachrichtenkanäle für schädlich — der Meister der schnellen Wortgefechte, Aaron Sorkin, macht daraus eine Serie. Sieht ein wenig nach “The West Wing” aus, herzensgute Menschen brennen für ihren Job, auf das die Welt ein Stück weit besser wird. Start soll am 24. Juni sein.

Finding Goatse: The Mystery Man Behind the Most Disturbing Internet Meme in History (Adrian Chen, Gawker)

Sometime in the late 20th century a naked man bent over, spread his ass and took a picture. Eventually that picture, known as Goatse, became one of the most venerable memes in internet history. Who is this man, and how did his ass take over the internet?

Mehr Zeit für große Geschichte, für richtigen Journalismus: Das hat Gawker-Gründer Nick Denton Anfang des Jahres angekündigt. Also darf Adrian Chen nun öfter ausführlicher schreiben.

Antisemitismus unter Piraten: Relativ rechts (Harald Staun, FAZ)

Die Grade des Irrsinns sind wechselhaft, oft sind Moews’ Ausführungen zu ermüdend, als dass man bis zu dem Punkt durchhalten könnte, um den es ihm geht (wenn es den gibt); oder sie sind zu kryptisch, als dass man sagen könnte, ob sich dahinter ungeheuerliche Ansichten verbergen oder nur idiosynkratische Theorien.

Fängt gut an, differenziert aus, bleibt am Ende aber merkwürdig unentschlossen.

Portraits of Power (The New Yorker)

An interactive portfolio of portraits by Platon of world leaders, with commentary by the photographer.

Platon hat Staatschefs portraitiert, darunter Mahmud Ahmadinedschad, der grinst, weil seine Entourage im Hintergrund Faxen macht. (via David Bauer)

15.4.2012

Was die Piraten mit dem Rederecht im Bundestag zu tun haben

Die Fraktionsspitzen von Union, FDP und SPD wollen offenbar verhindern, dass Abgeordnete im Bundestag ans Rednerpult gelassen werden, die eine andere als die Fraktionsmeinung vertreten. Zumindest soll es dem Parlamentspräsidenten deutlich erschwert werden, jemanden aufzurufen, der nicht von der Fraktion vorher als Redner nominiert wurde.

Auslöser ist ausgerechnet die Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm, vor der Bundestagspräsident Norbert Lammert zwei “Abweichler” aus CDU und FDP zu Wort kommen ließ, um die aufgewühlte Stimmungslage im Land im Parlament widerzuspiegeln. Man könnte das würdevoll nennen, angemessen, überlegt, notwendig — Lammert kassierte dafür Ärger vom Ältestenrat.

Zu glauben, dass ginge an den Wählern einfach so vorbei, wird sich rächen. Es ist doch kein Wunder, dass die Piratenpartei derzeit in Umfragen Höhenflüge erlebt: Sie tritt an, um den Politikprozess zu verändern. Mehr Transparenz, mehr vernünftige Lösungen, weg vom lähmenden Parteienstreit. Das umfassende tolle Programm ist es nicht, auch wenn zumindest einige durchdachte Position entgegen aller Unkenrufe existieren.

Die Fraktionen mögen ihre Gründe für den “Maulkorb” haben. (Vielleicht hat man auch genug davon, dass Abgeordnete der Linkspartei ihr Abstimmverhalten so oft erklären wollen.) Genau so, wie es für die Koalition auch sehr sinnvoll erschien, das Hotelsteuer-Privileg zu beschließen. Und, und, und. Diese Parteienlogik mag sich der Öffentlichkeit gerade noch erschließen, provoziert aber zunehmend eine Abwehrhaltung. Davon profitieren die Piraten.

14.4.2012 3 Kommentare

Hack und Rank

Ich habe noch einmal Günter Hacks Text über die Heimat gelesen, die auf der Netzhaut brennt, um ein paar Stellen hier zu zitieren. Ging aber nicht! Grinsend saß ich davor und hätte gleich alles kopieren müssen. Das gute Hirn, dem es unter der Schädeldecke langweilig wird, die stierenden Kameras, Facebooks rissiges Gesicht, das Cloud-Gewitter …

Es ist ja so: Seit Antville-Tagen bin ich bekennender Hack-Fanboy. Der Link auf elektrosmog fliegt natürlich nicht aus der Blogroll, auch wenn die Seite nur noch Loginscreen ist. Wie großartig ist es dann, wenn man Herrn Hack um einen Text bitten kann? Und der quasi über Nacht das Netzgefühl, das ich mehr als diffuse Ahnung mit mit herumtrage, in Pixel packt?

Sehr.

Und es kommt noch besser, denn Lisa Rank hat auch über Zuhause geschrieben, über Berlin-Mitte und das Internet, das ein weiterer Ort für das Wesentliche ist, “als hätte man ein neues Bettzeug für den Winter gekauft“. Ich freue mich sehr, dass die beiden mitgemacht haben.

12.4.2012

Ja dann halt nicht

Wieder Siemens, wieder Trovicor: Wegen dieser Geschichte, der Lieferung von Überwachungstechnik in fragwürdige Regime, habe ich am Mittwoch beruflich die beiden Netzpolitik-Thinktanks von SPD und Union angefragt. Man könnte sagen: eine Steilvorlage!

Vom D64 kam gar keine Antwort*, vom C-Netz nur, dass man sich in der Aufbauphase befinde und dazu noch keine Meinung habe. Peter Tauber schreibt, dass er sich noch nicht genug damit befasst habe, um ein Statement abzugeben. (Man muss dazu allerdings auch wissen, dass die Bundesregierung sich gegen striktere Exportvorgaben ausgesprochen hat, was Dual-Use-Technik angeht.)

Von den Grünen kamen natürlich umgehend Forderungen nach einem Stopp von Überwachungstechnik-Lieferungen an autoritäre Staaten, die Piratenpartei hatte sich bereits am Dienstag anlässlich der “Fakt”-Sendung im Ersten zu Wort gemeldet.

* Update: Meine Mail an D64 hat dort der Spamfilter gefressen. Ich hätte nachhaken sollen und habe das nicht getan — und warte nun auf eine angekündigte Antwort. (Donnerstag)

Update am 24. April: Die angekündigte Antwort kam nicht.

12.4.2012 3 Kommentare

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