17 Treffer zu "Journalismus"
Wie Longreads, nur auf Deutsch: @gutetexte
Die Idee hinter @gutetexte ist so einfach, dass sie eigentlich mit dem Namen bereits fast erklärt ist. Über den Twitter-Account @gutetexte werden lesenswerte Texte in Deutscher Sprache weiterempfohlen, die im Netz frei zugänglich sind. Herausragende Artikel, die den Leser bewegen. Intellektuell oder emotional, am besten beides zusammen.
Inspiriert ist @gutetexte vom großartigen Longreads, wo seit zwei Jahren herausragende Texte in englischer Sprache empfohlen werden. Für alle, die gerne lange, anregende Texte lesen, ist Longreads unverzichtbar. Schade ist einzig, dass Longreads keine deutschen Texte empfiehlt. Diese Lücke will @gutetexte schließen.
Hinter @gutetexte stehen David Bauer, einst Studienkollege von mir, heute als freier Journalist tätig, und ich. Wir beabsichtigen, den Kreis der Kuratoren in einem späteren Schritt zu erweitern, ab sofort nehmen wir natürlich Hinweise auf empfehlungswürdige Texte gerne entgegen.
Wer selber gute Texte entdeckt, darf uns gerne darauf aufmerksam machen. Per @reply an @gutetexte oder per E-Mail an gutetexte[at]gmail.com.
Sämtliche via @gutetexte empfohlenen Texte werden auf der Longreads-Seite von Gute Texte gesammelt.
Dies ist ein Crossposting von davidbauer.ch.
Unterschreiben gegen Vorratsdaten
Das mit der Speicherung der Vorratsdaten wird gerade wieder ernst — und eine Online-Petition dagegen braucht noch sehr dringend Unterstützung. Wenn alle Journalisten mitzeichnen würden, wäre das Quorum mehr als erfüllt.

Die “Freiheit statt Angst”-Demonstration am Samstag fiel als großes Signal eher aus. Zu wenig Teilnehmer, die SPD lieber abwesend (auch wenn Alvar Freude im roten T-Shirt dabei war). Immerhin war die Mischung lustig: Kiffer, Trotzkisten, Verschwörungstheoretiker, Atomkraftgegner unisono mit Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast und den Piraten gegen Überwachung. Lustig auch die Jungen Liberalen, die natürlich gegen die mittlerweile abgeschaffte Speicherung von Arbeitnehmerdaten protestierten.
11 neue Jobs für Journalisten
Das Internet macht alles anders: Eine Liste mit 11 neuen journalistischen Berufsbildern hat Lindsay Oberst für die Website des Centers for Sustainable Journalism an der Kennesaw State University erstellt. Darunter sind so wohlklingende Titel wie “Viral Meme Checker”.

- Headline Optimizer
- Social Media Reporter / Aggregator
- Story Scientist
- Data Detective
- Curator in Chief
- Explanatory Journalist
- Viral Meme Checker / Viral Video Maker
- Slideshow Specialist
- Networker / Engager
- E-Book Creator
- Web Developer
Im Blogeintrag werden alle Jobs näher beschrieben. Über den elften Punkt lässt sich womöglich streiten — Drucker würde man ja auch nicht unbedingt zu den Journalisten zählen, und Lindsay Oberst merkt an, dass die Ausbildung an den Journalism schools die entsprechenden Fähigkeiten nicht vermittelt.
Dann wiederum hat schon der Medientheoretiker Douglas Rushkoff in einem gleichnamigen Buch gefordert, man müsse lernen, zu programmieren, um nicht programmiert zu werden. Kollege David Bauer macht es vor und will JavaScript lernen. Denn die Aufbereitung von Datenmengen, ob zur Recherchere oder zur Darstellung von Fakten, bietet nicht nur neue Möglichkeiten, sie ist außerdem einfacher als jemals zuvor.
Auf dem Bild oben ist der Journalist und Zeichner Eddie Ronan 1947 in New York zu sehen, fotografiert von William Gottlieb.
The Daily Dot: Heimatzeitung fürs Web
Automatisch werden Seiten wie Twitter, Reddit, 4Chan und YouTube ausgewertet, dann legen die Redakteure los: The Daily Dot will die erste lokale Nachrichtenseite für die Netz-Community sein — konzentriert sich dafür aber noch zu sehr auf die USA.

Hurrikan Irene, das Erdbeben in Washington — die Internet-Zeitung The Daily Dot unterscheidet sich am Mittwoch zum Teil nicht von klassischen Medienangeboten. Und doch will die Redaktion alles anders machen, will über das berichten, was die weltweite Internet-Community wirklich interessiert.
Die sogenannte Netzgemeinde, die sich The Daily Dot als Leser so zurechtbastelt, besteht aus den Nutzern von populären Plattformen und Foren wie 4Chan, YouTube oder Twitter. Die werden automatisch nach Themen abgegrast, eine Mischung aus Mathe und Soziologie soll zum Verständnis der Communities führen. ReadWriteWeb weiß mehr über die Technik. Dann beginnt die Arbeit der zum Start 25-köpfigen Redaktion, die zu aktuellen Themen und Web-Phänomen Artikel verfasst. Kurze Hinweise auf Blödsinn sind darunter, aber auch längere Analysen, etwa zur Funktionsweise und zur Machtbalance beim Online-Forum Reddit.
Die Idee einer Heimatzeitung für Web-Communities ist hinreißend, die automatische Datensammlung im Hintergrund bestechend. Nur erweckt The Daily Dot bisher den Anschein, das Internet wäre vor allem von Amerikanern bewohnt. Das liegt nicht allein an der Sprache und an der Auswahl der Foren, es liegt an der Auswahl der Redaktion. Vielleicht auch an deren Zusammensetzung und dem Interesse potentieller Werbekunden.
Sportbildverpixelung
Die “taz” macht Werbung auf Sportfotos unkenntlich, weil sie nichts am Abdruck der Firmenlogos verdient und die Kommerzialisierung des Profisports sowieso grundübel ist. Nur ist das leider völliger Blödsinn.

Den Menschen wird zuviel Werbung zugemutet, hat die Berliner “taz” beschlossen. Deswegen, und weil Durchökonomisierung im Sport um sich greift, pixelt sie auf Sportfotos nun die Logos der Sponsoren. Was eine Woche lang ausprobiert wurde, soll nun die Regel werden, meldet das Hausblog der Zeitung. Warum dann allerdings auf taz.de immer noch Anzeigen blinken, wird dort nicht erklärt. Ach so, vielleicht kann die “taz” das Geld ja gebrauchen, für ihre Mitarbeiter, für guten Journalismus.
Warum werden dem Sport die Einnahmen eigentlich nicht gegönnt? Dort werden schließlich nicht nur Spitzengehälter für einige wenige Spieler bezahlt, sondern neue Stadien gebaut, der Breitensport gefördert, gute Ausrüstung angeschafft. Und nur, weil die “Bild” mit Werbung gut verdient, beschließt die “taz” nicht angeekelt ein Werbeverbot im eigenen Blatt.
Und dann wäre da noch die Berufsethik: Fotos, die im Kontext von Berichterstattung erscheinen, sollen doch bitte wahrhaftig sein und zeigen, wie sich die Szene dem Fotografen präsentiert hat. Der trifft dann immer noch eine Entscheidung, wählt Aufnahmetechnik und Motiv, dann kommt die Redaktion und sucht sich einen passenden Zuschnitt aus. Aber bei all diesen Entscheidungen gilt dann doch: Der Inhalt des Bildes wird nicht nachträglich verändert oder passend gemacht.
Das Verpixeln der Werbung ist ein solcher Eingriff. Nur wenn die “taz” schon keine Lust auf Werbung hat, sollte sie wenigstens konsequent sein.
Originalfoto: Gerhard Palnstorfer, CC-Lizenz
Ausgezeichnet!

Mein erster Preis: Die Berichterstattung von den Anti-Castor-Protesten im vergangenen Jahr auf Spiegel Online, die Maria Marquart und ich vorbereitet und zu einem guten Teil auch gestemmt haben, wurde mit dem Axel Springer Preis für junge Journalisten ausgezeichnet. Wir haben den dritten Platz in der Kategorie Internet geholt! Woohoo! Was natürlich ohne die großartige Unterstützung unserer großartigen Kollegen gar nicht möglich gewesen wäre. Danke, Danke, Danke.
Media leaders on future of journalism and news (BBC)
Anne McElvoy (Economist), Alan Rusbridger (Guardian), Lionel Barber (FT), Peter Barron (Google) und Mark Thompson (BBC) über die Zukunft des Journalismus, WikiLeaks, Bürger-Reporter und das Internet.
Brandheißes aus der Nachbarschaft: Weil ihnen der Bratwurst-Lokaljournalismus der etablierten Zeitungen nicht mehr reicht, gründen Bürger ihre eigenen Kiez-Newsportale. Ein Betriebswirt aus dem Prenzlauer Berg macht’s vor – die Medienbranche wittert das nächste große Ding.
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