Was wir auf bento machen

Wir haben die Startseite von bento aufgeräumt. Nach sieben Monaten wurde das auch Zeit. Jetzt gibt es mehr Übersicht:

  • Unter Storys findet ihr die Geschichten, die unsere Redakteure und unsere Autoren für euch recherchiert haben. Das sind die aufwendigen Stücke und Meinungstexte, die ihr nur bei uns findet.
  • Unter News findet ihr aktuelle Meldungen und Erklärstücke. Jeden Morgen gibt euch unser News-Team einen Überblick, was gerade wichtig ist.
  • Unter Web gibt es die bunten Stücke: Was geht gerade ab, worüber reden alle – und was ist in der neuen Folge von “Game of Thrones” passiert?

Mehr über die neue bento-Seite hier

Ernest Cline: Armada

Worum geht’s? Als Aliens die Erden angreifen, wächst ein Schüler namens Zack Lightman über sich hinaus. Er ist einer der Besten in einem populären Game, dessen Spieler unwissentlich für den Ernstfall trainiert haben und nun der Earth Defense Alliance beim Fliegen von Kampfdrohnen helfen können. Zack muss ran, löst nebenbei das Rätsel um seinen verschollenen Vater und verliebt sich.

Worum geht es wirklich? Die vielen, vielen Stunden vor der Konsole waren doch nicht umsonst. Eine Ehrenrettung des Spielens und eine Ode an die weltumspannende Gamer-Community. Außerdem: Inwiefern wir die Absichten von Aliens eigentlich einschätzen können – und ob im Zweifel gutmeinende Militärs nicht Fakten schaffen.

Lohnt sich das? Schrottbuch. Die Geschichte lässt keinerlei Mühe erkennen, eine Aneinanderreihung doofer Klischees und durchgespielter Themen, wirklich alles ist vorhersehbar. Ein Buch für kleine Jungs. Super ärgerlich, zumal der Vorgänger, “Ready Player One”, recht vielversprechend war.

Buch 8 von 52

Welche Podcasts ich höre

  • Roderick on the Line – Merlin Mann, der mit Inbox Zero webberühmt wurde, spricht wöchentlich mehr als eine Stunde mit John Roderick, der als Musiker in einer Vorband durch die Welt getourt ist und für den Stadtrat von Seattle kandidiert hat. Zwei mittelalte Westküsten-Dudes erzählen aus ihrem Leben. Ein bisschen nerdig, aber grundsympathisch. Ich dachte lange Zeit, Christian Fahrenbach hätte mir diese Sendung empfohlen und wir beide würden jetzt mehr als 100 Stunden Insiderwissen und Jokes teilen. Hat er aber gar nicht. So kann’s gehen.
  • The Intern – Allison Behringer ist Praktikantin bei Betaworks, einer Start-up-Fabrik in New York, die unter anderem hinter Chartbeat, Digg, Giphy und dem Handyspiel Dots steckt. In dem Podcast geht es um Allison und wie sie sich bei Betaworks einfach einen eigenen Job erfindet: Podcast-Producerin.
  • The West Wing Weekly – Es geht um die alte Serie, jede Ausgabe beschäftigt sich mit einer weiteren Folge. Hrishikesh Hirway hat mit Song Exploder schon einen tollen Podcast. Seine neue Sendung kommt genau richtig in den Wahlkampf, ihm zur Seite stehen als Gäste unter anderem die Stars von damals. Politik-Nerdkram.
  • Tomorrow with Joshua Topolsky – Ja, die Stimme nervt. Ja, er interessiert sich häufig mehr für sich als für seine Gäste. Ja, das Gedisse seines angeblich schwedischen Produzenten Magnus ist nervig. Aber was der ehemalige Gründungschefredakteur von The Verge und zwischenzeitlicher Bloomberg-Webchef über Technologie, Medien und Zukunft verhandelt, ist trotzdem spannend.
  • Mystery Show – Starlee Kine löst Rätsel. Schön erzählt, aufwendig produziert und richtig spannend. Bisher gibt es nur sechs Episoden, die letzte ist aus dem August, aber angeblich kommt die Sendung bald zurück für eine zweite Staffel.
  • The City of Scenes – Eine Sendung über Filmemacherinnen in New York. Wie dreht man eine Folge Girls, die im Central Park spielt? Wie bewältigt die Crew von Jessica Jones so viele Außenaufnahmen? Ein schöner Blick hinter die Kulissen und ein bisschen Stadtgeschichte.
  • StartUp – Nach der Mystery Show noch ein Podcast aus dem Hause Gimlet. In dieser Sendung geht es viel um Gimlet selbst – wie gründet man ein Podcast-Studio, das ist dann ein bisschen selbsterfüllender Zweck wie bei den Pro-Bloggern – aber eben auch um andere Start-ups und deren Probleme. Die dritte Staffel hat gerade angefangen.
  • 3sieben – Die Politik-Redakteure Julian Heißler,  Katharina Hamberger und Annett Meiritz aus Berlin ordnen aktuelle Themen ein, zum Beispiel gerade das geplante Verbot sexistischer Werbung. Besticht durch Kenntnis und Kürze, und das sage ich nicht, weil das liebe Kollegen und alte Freunde sind.

Wir wollen wieder eine nebenan-Konferenz machen

Offenbar hat unsere freundliche Internet-Konferenz vergangenes Jahr in Hamburg vielen Leuten so gut gefallen, dass sie sich eine Fortsetzung wünschen. Die schlechte Nachricht: Dieses Jahr wird es nichts. Aber auch uns hat die nebenan so viel Spaß gemacht, dass wir weitermachen wollen.

Anders als im vergangenen Jahr wollen wir uns für die Vorbereitung etwas mehr Zeit nehmen und die Arbeit auf mehreren Schultern verteilen. Die erste nebenan war ein Schnellschuss, eine Überraschung für uns, für die Speakerinnen und Speaker und für alle, die sich ganz spontan angemeldet haben (danke nochmal für die tolle Bereitschaft an alle, sich auf die nebenan einzulassen!).

Die zweite nebenan soll kein Schnellschuss werden, schließlich gibt es jetzt Erwartungen, die an die Konferenz geknüpft werden – vor allem unsere eigenen. In diesem Jahr fehlt uns die Zeit dafür. Wir wollen das Feedback auswerten, entscheiden, was wir anders oder wieder genauso machen, und tolle, überraschende Speakerinnen und Speaker aussuchen.

Wir hoffen jetzt natürlich sehr, dass Du auch 2017 Lust auf unsere kleine, freundliche Internetkonferenz in Hamburg hast. Wir sehen uns auf der nebenan+1!

Ulrike & Ole

P.S.: Wenn Du uns beim Organisieren helfen möchtest, die nebenan+1 mit Geld oder Technik unterstützen möchtest oder Lust auf eine Kooperation hast, melde Dich gerne schon jetzt bei uns!

Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz

Worum geht’s? Drogen und Magersucht. Stuckrad-Barre erzählt, wie ihm sein Leben mehrfach entglitten ist.

Worum geht es wirklich? Udo Lindenberg, Bret Easton Ellis, Thomas Gottschalk, Harald Schmidt. Vor allem Udo Lindenberg, der hier ein Denkmal als großartiger Mensch und riesiger Popstar gesetzt bekommt.

Lohnt sich das? Das Buch ist wirklich sehr lang geraten. Wenn sich im Verlauf des Buchs Erzählungen doppeln, dann passt das wiederum zum Kreislauf aus Sucht, Entzug, Absturz, Sucht. Kaum ein Wort über Affären, das fällt auf. Ein Buch für Fans, die sich gefragt haben, was Stuckrad-Barre die letzten Jahre eigentlich gemacht hat.

Buch 7 von 52

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh

Worum geht es? “Zum goldenen Handschuh” heißt eine schlimme Absturz-Kneipe auf dem Kiez in Hamburg. Der Frauenmörder Fritz “Fiete” Honka ging hier in den siebziger Jahren ein und aus, bis ihm der Prozess gemacht wurde. Heinz Strunk hat sich in die Geschichte von damals vertieft und daraus ein Buch gemacht. Seine Milieustudie heißt so wie die Kaschemme.

Worum geht es wirklich? Die Welt ist schlecht, und Menschen machen sie nur noch schlechter. In Strunks ersten  fünf Büchern geht es um ihn, da wird die ihm gegebene Hoffnungslosigkeit, der nagende Pessimismus doch noch gebrochen: schließlich lebt Strunk ja noch, the show must go on, liefern, liefern, liefern. Das ist diesmal anders. Die typischen, schonungslosen Beobachtungen, die Strunk-Sprache: sitzt alles. Aber es gibt nicht einmal die Möglichkeit eines Auswegs, nur Suff und Mord aus den niedrigsten Beweggründen. Dabei geht es nicht nur um Honka. Neben der eigentlichen Geschichte erzählt Strunk von einer Hamburger Reedersfamilie: auch hier alles kaputt, alles düster. Ob nun reich oder bettelarm: Es macht letztlich keinen Unterschied.

Lohnt sich das? Uff. Sagen wir mal so: Es ist das bisher klarste, technisch beste Strunk-Buch. Wahnsinnige Kälte. Größtmögliche Trostlosigkeit.

Buch 6 von 52

Michael Gibney: Sous Chef

Worum geht es? 24 Stunden in der Küche eines gehobenen Restaurants in New York. Ein Abend mit 300 Bestellungen. Michael Gibney beschreibt aus seiner Erfahrung einen typischen Abend und zeigt, was hinter den Kulissen passiert. Er beschreibt Arbeitsabläufe und wie die Menschen ticken, die in der Küche arbeiten. Scripted Reality würde man das im Fernsehen wohl nennen, ein bisschen wie Berlin Tag und Nacht. Es gibt diese Typen, diese Geschichten, aber nicht in dieser Ballung.

Worum geht es wirklich? Um den Flow, den Moment, in dem ein Team von Profis ohne viel nachzudenken komplexe Tätigkeiten schnell und sicher ausführt. Und wie schon bei Anthony Bourdain um den Korpsgeist in der Küche, den wahnsinnigen Stress und die Macho-Attitüden. “Sous Chef” glorifiziert diese harte Küchenkultur.

Lohnt sich das? Die erste Hälfte über habe ich mich geärgert, weil alles zu gut konstruiert ist. Dann nimmt der Abend Fahrt auf und ich konnte “Sous Chef” nicht mehr aus der Hand legen.

Buch 5 von 52

Tom McCarthy: Satin Island

Worum geht es? U. ist Anthropologe und arbeitet in London für The Company, eine Beraterfirma, die gerade einen wichtigen Pitch gewonnen hat. Ein gigantisches Projekt namens Koob-Sassen, das die Gesellschaft und unser aller Leben verändern wird, wenn auch weitgehend unbemerkt. U. verrät praktisch nichts über dieses Projekt, es ist ein McGuffin. Stattdessen erzählt er, oft abstrakt, von seiner Arbeit. Er hilft der Firma dabei, für die Kunden Narrative zu finden. Frühstücksflocken mit Sinn aufzuladen etwa. Außerdem soll er seinem Chef Peymann ein bahnbrechendes anthropologisches Werk verfassen, The Great Report, denkt dann aber lieber über die Klimaanlage in seinem Büro nach oder hört bei der Projektbesprechung mit der britischen Ministerpräsidentin nicht zu.

Worum geht es wirklich? Um den Kapitalismus und wie linke Geisteswissenschaften von ihm eingenommen werden.

Lohnt sich das? Schon. Es gibt schöne Szenen, etwa wie U. eine Ölkatastrophe umdeutet und die verursachenden Unternehmen von jeder Schuld freispricht. Die Gedankenspiele rund um Present-Tense Anthropology und die Exkurse zu Claude Lévi-Strauss sind ebenfalls interessant. U. geht so in seiner Rolle als Anthropologe auf, dass er nur beobachtet, nicht handelt. Am Ende steht er unschlüssig herum und weiß nicht, wohin. Das Gefühl hatte ich bei dem 176 Seiten kurzen Buch dann auch, was sicherlich Tom McCarthys Absicht war. Schade ist es trotzdem, weil so viel angerissen wurde, was er dann nicht weitererzählt und auslotet (es muss ja gar nicht alles zu Ende gebracht werden). Schade!

Buch 4 von 52

Jeff VanderMeer: The Southern Reach Trilogy

Worum geht es? Eine geheime Behörde – Southern Reach – soll eine Anomalie aufklären. Ein Stück Wildnis irgendwo an der Küste ist seit vielen Jahren von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Früher gab es dort Bewohner, jetzt sind nur noch Ruinen und ein Leuchtturm übrig. Durch eine Art Portal können Expeditionen in das Naturparadies geschickt werden. Die enden aber regelmäßig in Katastrophen.

Worum geht es wirklich? Um Menschen und wie sie die Welt ordnen und verstehen wollen. “Weird Fiction” nennt sich das Genre, das Jeff VanderMeer hier bedient. Nicht ganz Science Fiction, nicht ganz Fantasy, sondern dichter dran an der Wirklichkeit.

Lohnt sich das? Absolut. Allein schon wegen der Naturbeschreibungen. Der erste Teil ist spannend, der zweite Teil erinnert bisweilen an “The Office” oder Stromberg, der dritte Teil bringt Horror, einiges an Auflösung und eine düstere, bittere, bedrückend Erkenntnis.

Bücher 1,2,3 von 52

Klicks #46: Money and power

Das hier ist die neue Ausgabe meines Newsletters Klicks. Es gibt ihn auch kostenlos per E-Mail.

1. Content wars

Welcome to hell: Apple vs. Google vs. Facebook and the slow death of the web
Nilay Patel, The Verge
„You might think the conversation about ad blocking is about the user experience of news, but what we’re really talking about is money and power in Silicon Valley.“

A new conversation
Anil Dash auf Twitter
„Okay, ad blocking advocates and users (I am one, sometimes!), we’re going to have a new conversation. You ready?“

Welcome to the Block Party. The internet after ad blocking
Casey Johnston, The Awl
Das bittere Fazit: AdBlocker spielen vor allem Google, Apple und Facebook in die Hände, kleine Publisher trifft es richtig hart. Und nein, daran sind die Publisher nicht selbst schuld.

2. Nerds

I created a fake business and bought it an amazing online reputation
Kashmir Hill, Fusion
„The Internet had breathed life into this fake business and people wanted to hire it.“

Deep Style: Inferring the Unknown to Predict the Future of Fashion
MultiThreaded, TJ Torres
Einem Computer wird hier beigebracht, in Bildern nicht nur Muster, sondern einen Stil zu erkennen. „What if we simulated how our brains process unstructured data?“

Even the LastPass will be stolen. Deal with it!
Alberto Garcia und Martin Vigo, BlackHat
Ankündigung eines Talks, immer mit Vorsicht zu genießen. Aber hier geht es offenbar zur Sache, wenn die Angreifer an den Computer ihrer Zielperson rankommen: „We wrote a Metasploit module that takes care of all of this.“

3. Medien

Facebook Tries to Lure Journalists Away From Twitter
Julia Greenberg, Wired
„Signal offers a dashboard where journalists can follow trending and emerging topics, track chatter around public figures on a leaderboard, and search to find public conversations, photos, or videos.“ Solche Tools kosten von Drittanbietern gerne mehrere Tausend Dollar im Monat.

Woher weiß Google, wann meine Katze stirbt?
Konrad Lischka fragt Google, wie alt eine Katze wird. „Die Nutzer haben ein enormes Vertrauen, dass Google die relevantesten Treffern oben in dieser Liste anzeigt. Und nun steht über dieser Liste die Aussage: 15 Jahre. Ohne Quelle.“

Blende-Deutschlandchef Simon Kozlik mag keine Paywalls
Anna Wilke, DigHeades
Der 28-Jährige leitet in Berlin den Artikel-Bezahldienst Blendle und hat im Internet vorher kein Geld für Medien oder Journalismus ausgegeben.

4. More fun

The Art of PNG Glitch
UCNV
„I will show the difference of the effect that each filter has later on, but when we look close into the results, we will understand which filter is causing which part of the beauty of PNG glitches (yes, they are beautiful) to occur.“

The Biggest Facebook Video Publishers Of August 2015
Liam Corcoran, The Whip
„A year or two from now, we think Facebook will be mostly video.’ Those words aren’t from a video evangelist, or a social media trends commentator. They came from Facebook’s head of ad product, Ted Zagat.“

47 Million Lamborghinis Here In The Hollywood Hills
Craig has Dysentery, YouTube
Digg: „In the long ago time of April of this year, YouTuber Craig Has Dysentery made this tremendous edit of Tai Lopez’s How I Went From Broke To Buying A Lamborghini, and we want to make sure it’s solidified as a modern classic.“