Sportbildverpixelung

Die “taz” macht Werbung auf Sportfotos unkenntlich, weil sie nichts am Abdruck der Firmenlogos verdient und die Kommerzialisierung des Profisports sowieso grundübel ist. Nur ist das leider völliger Blödsinn.

Den Menschen wird zuviel Werbung zugemutet, hat die Berliner “taz” beschlossen. Deswegen, und weil Durchökonomisierung im Sport um sich greift, pixelt sie auf Sportfotos nun die Logos der Sponsoren. Was eine Woche lang ausprobiert wurde, soll nun die Regel werden, meldet das Hausblog der Zeitung. Warum dann allerdings auf taz.de immer noch Anzeigen blinken, wird dort nicht erklärt. Ach so, vielleicht kann die “taz” das Geld ja gebrauchen, für ihre Mitarbeiter, für guten Journalismus.

Warum werden dem Sport die Einnahmen eigentlich nicht gegönnt? Dort werden schließlich nicht nur Spitzengehälter für einige wenige Spieler bezahlt, sondern neue Stadien gebaut, der Breitensport gefördert, gute Ausrüstung angeschafft. Und nur, weil die “Bild” mit Werbung gut verdient, beschließt die “taz” nicht angeekelt ein Werbeverbot im eigenen Blatt.

Und dann wäre da noch die Berufsethik: Fotos, die im Kontext von Berichterstattung erscheinen, sollen doch bitte wahrhaftig sein und zeigen, wie sich die Szene dem Fotografen präsentiert hat. Der trifft dann immer noch eine Entscheidung, wählt Aufnahmetechnik und Motiv, dann kommt die Redaktion und sucht sich einen passenden Zuschnitt aus. Aber bei all diesen Entscheidungen gilt dann doch: Der Inhalt des Bildes wird nicht nachträglich verändert oder passend gemacht.

Das Verpixeln der Werbung ist ein solcher Eingriff. Nur wenn die “taz” schon keine Lust auf Werbung hat, sollte sie wenigstens konsequent sein.

Originalfoto: Gerhard Palnstorfer, CC-Lizenz

30 Comments

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  1. Daraus jetzt die Konsequenz einzufordern, dass die taz selbst auch nicht mehr werben dürfte, ist aber mehr als nur ein bisschen übertrieben… lass sie sich doch die Mühe machen. Ich kann es gut verstehen, wenn man keinen Bock darauf hat, dass man über den Umweg Fußballspiel plötzlich Werbung für Eon oder die Deutsche Bank im Blatt hat.

  2. Kay-Uwe Kühn

    22.08.2011 — 09.30

    Mir aus dem Herzen gesprochen! Vielen Dank!

  3. Bernd Schwank

    22.08.2011 — 10.30

    Die Aktion der taz ist gut und richtig. Meine Unterstützung hat die Zeitung.

  4. Ich hoffe, mehr Medien schließen sich der taz an und dass das öffentlich rechtliche Fernsehen aus der Profi-Sportberichterstattung zurückzieht. Gebt das eingesparte Geld den Hartz4-Empfängern!

  5. “Warum werden dem Sport die Einnahmen eigentlich nicht gegönnt?” – Dem ist doch gar nicht so. Wenn ich mal die taz-Leute zitieren darf, die sagen ja, “dass [sie] nicht die Werbung an sich abschaffen wollen und auch nicht das Sportsponsoring. Beides hat seine Berechtigung. Jedes Unternehmen ist frei darin, Millionen von Euro in den Fußball oder sonst wohin zu pumpen. Aber wir müssen die Art und die Allgegenwart der Werbung im Sport nicht gut finden. Und wir müssen uns nicht instrumentalisieren lassen, nur damit die sogenannte Reichweite, ein Parameter der Werbewirtschaft, stimmt.”

    Bezüglich dem Punkt Ethik: Du sagst schon selber, dass der Fotograf eine Auswahl trifft, also auch schon in gewisser Hinsicht manipuliert, insofern er den Bildausschnitt beschränkt, einen Teil aus einem größeren Kontext nimmt. Das kann verfälschend sein – auch wenn es beim Aufnehmen geschieht, nicht nur nachträglich können Fotos (im Zusammenhang mit der Geschichte, die sie erzählen) manipuliert werden. Dagegen ist die Logo-Verpixelung eine sehr transparente Sache, jeder erkennt die Veränderung im Bild. Halte ich nicht für ein berufsethisches Problem.

  6. Ich finde sie argumentieren an der Aktion vorbei…
    Die taz hat keineswegs vor, Werbung abzuschaffen, so wie Sie das implizieren.
    Sie versucht lediglich, gegen die kostenlose Werbung, die sie ja gewissermaßen gezwungenermaßen abdrucken mussten, vorzugehen, ein nicht uninteressanter Versuch, wie ich finde… Von Werbefreiheit im Sport oder auf Websites, distanziert sich die taz sogar explizit in dem Blog..

    Buhgabe

  7. Sagt die taz doch: Dass sie an der Reichweitenerhöhung durch die Sportbilder inklusive Sponsorenabbildung nicht mitverdient, wird mit als Hauptgrund genannt, die Aktion durchzuführen. Ihr mäßig lustig-polemischer Kommentar führt leider an keiner einzigen Stelle aus, WARUM dass denn Blödsinn ist. Denn in erster Konsequenz verdient “der Sport” (Breiten-, Spitzen-, Profi-) jetzt ja keinen Cent weniger als vorher. Und damit geht Ihr komplettes Pamphlet ins Leere.

    Habe die Ehre und freundliche Grüße

    D

    • hirn einschalten, dann schreiben.
      Sollte das gängige praxis werden, werden die sponsoren weniger zahlen. Schliesslich wird die werbung für die verbreitung durch die medien und nicht für zuschauer im stadion gemacht.

      Alles in allem eine typische taz aktion um mit linker kapitalismuskritik und weltbesserungsaktionismus mal wieder aufmerksamkeit zu erlangen

  8. Und warum noch mal soll die taz Werbung schalten, wenn sie dafür gar nichts bekommt? Für die Banner auf der Webseite bzw. in der Zeitung bekommt sie Geld, für die Stadionbanner eben nicht.

  9. Sonny Black

    22.08.2011 — 11.53

    Schade, dass es Leute wie Sie gibt, die es verstehen, ein moralisches Anliegen zu verunglimpfen. Der Anstoß der TAZ ist gut, richtig und auch wichtig, denn über den Grund (das Ausufern der Werbung im Sport) sollte diskutiert werden.

    Das es Ihnen, Herr Reißmann, nicht um eine Diskussion sondern um reine Polemik geht, zeigen Ihre kruden Begründungen, weshalb die Aktion der TAZ “völliger Blödsinn” sei. Und Ihre abschließende Aufforderung zeigt, dass Sie das wirkliche Thema anscheinend gar nicht verstanden haben.

  10. Der Kommentar geht m.E. völlig an der Intention der taz vorbei (zu deren Aktion ich mir noch keine abschließenden Meinung gebildet habe): es geht der taz keineswegs, wie hier im Kommentar behauptet, gegen Werbung überhaupt. Es geht ihr darum, nicht in der Verwertungskette bedacht zu werden; sprich: “wir kriegen nix von den Werbegeldern, deswegen drucken wir die Werbung auch nicht ab” oder: “wir machen zwar Werbung, aber nicht kostenlos”. So habe ich jedenfalls die FAQ der taz verstanden.

    Ob daneben die Behauptung, etwas gegen die – nun wirklich – unerträglich *überbordende* Werbung (LED-Leisten am Spielrand, die mich schon oft zum Abschalten gebracht haben können ja auch nicht im Sinne der Sponsoren sein) tun zu wollen, glaubwürdig ist, ist eine andere Frage. Glaubwürdig oder nicht, ob es notwendig ist, für zweistellige Millionengehälter der Stars mit Werbung ohne Ende terrorisiert zu werden müssen die Zuschauer letztlich selbst entscheiden. Mit ihren Eintrittsgeldern und der Fernbedienung.

    Als Experiment finde ich die taz-Aktion erstmal amüsant. Immerhin haben sie Mut – auch wenn es nur ein Publicity-Stunt sein sollte.

  11. Thorsten Remmesch

    22.08.2011 — 13.02

    Wenn ich den TAZ-Artikel richtig gelesen habe, will die TAZ u.a. nicht kostenlos Werbung weiterreichen.
    Und ausserdem ist die Idee witzig.

  12. >> Dort werden schließlich nicht nur Spitzengehälter für
    >> einige wenige Spieler bezahlt, sondern neue Stadien
    >> gebaut, der Breitensport gefördert, gute Ausrüstung
    >> angeschafft.
    Weil die “sog.” Spitzengehälter und Transfersummen perverse Ausmaße annehmen? Weil Breitensport auch zu einem Großteil mit staatlichen Mitteln gefördert wird? Weil Stadien bestimmt nicht zu 100% aus Werbeeinnahmen finanziert werden? Ole – hättest du dich damit etwas qualifizierter auseinander gesetzt, würde ich mich freuen. Was wird denn mit den Werbeeinnahmen finanziert? Wo fließen die Gelder hin? Managergehälter? Fußballplätze? Finanziert die Werbung die ersten Versuche meines Sohnes auf der GoKart-Bahn? Bezahlt die Werbung die Sportausrüstung meiner Tochter, den Mitgliedsbeitrag im Tennisverein?

    >> Warum dann allerdings auf taz.de immer noch Anzeigen
    >> blinken, wird dort nicht erklärt.
    Natürlich, wie trefflich bemerkt, muss sich auch die taz irgendwie finanzieren. Es geht auch hier um Werbung, hat aber mit der Sache nichts zu tun.

    >> Der Inhalt des Bildes wird nicht nachträglich
    >> verändert oder passend gemacht.
    Richtig, die Werbung wird entfernt. Aber dieser Vorwurf ist doch arg kleinlich, oder?

    Werbung im Sport – ok. Aber die Tendenz geht zu Sport in der Werbung.
    Sportliche Leistung muss belohnt werden, keine Frage. Sie muss sogar sehr gut belohnt werden, weil damit viel Arbeit verbunden ist.
    Aber geht es noch um die sportliche Auseinandersetzung oder geht es um den Gewinner und darum, ein Unternehmen gut da stehen zu lassen?

    Ich will das alles weder negieren noch bestätigen. Ich weiß es nicht. Du gibst vor es zu wissen, aber sagst es nicht. Für dich ist es nur “völliger Blödsinn”.

  13. Haben Sie den Blog-Eintrag der taz auf den Sie verlinken überhaupt gelesen?

    “Warum dann allerdings auf taz.de immer noch Anzeigen blinken, wird dort nicht erklärt.”

    Doch, wird dort erklärt.

    “Ach so, vielleicht kann die “taz” das Geld ja gebrauchen, für ihre Mitarbeiter, für guten Journalismus.”

    So ist es. Wird im Blog auch genau so erläutert.

    Warum werden dem Sport die Einnahmen eigentlich nicht gegönnt?

    Die Einnahmen werden dem Sport sehr wohl gegönnt. Aber warum sollte die taz kostenlos Werbung für die Sponsoren drucken? All dies und mehr steht auch so im Blog.

    “Und nur, weil die “Bild” mit Werbung gut verdient, beschließt die “taz” nicht angeekelt ein Werbeverbot im eigenen Blatt.”

    Ziemlich unsachlich, oder? Wie die meisten anderen Medien ist natürlich auch die taz auf Werbeinserate angewiesen. Um dieses Thema geht es bei der Verpixelung aber nicht.
    Wie gesagt, Sie hätten die Erklärung der taz lesen (und verstehen) müssen.

    “Und dann wäre da noch die Berufsethik: Fotos, die im Kontext von Berichterstattung erscheinen, sollen doch bitte wahrhaftig sein und zeigen, wie sich die Szene dem Fotografen präsentiert hat.”

    Die Szene selbst wird durch die Verpixelung nicht verfälscht. Im übrigen werden die Bilder so gut wie immer verändert/bearbeitet. Das geschieht schon alleine durch den Zuschnitt.

  14. Ich kann ihre Kritik zu Teilen nachvollziehen, würde sie aber gerne fragen, ob es nicht auch ein grundsätzliches Problem sein könnte, dass Werbung mittlerweile eine große Präsentationsfläche im Alltag (zu dem der Sport auch gehört) bekommt. Firmen platzieren ihre Logos überall und die Werbeflächen werden größer, sogar animiert im Wohnzimmer präsentiert. Dass die Aktion der Zeitung ein Versuch sein könnte, darauf aufmerksam zu machen unterschlagen sie dabei vollkommen, was ich ihnen vorwerfen würde.

  15. Ich war richtig erschrocken, als ich die verpixelten Fotos sah. Da war so gut wie nix vom Bild übrig. Es ist schon erschreckend wie man sich an die ganze Werbung gewöhnt hat. Allein das ist die Aktion wert.
    Nur weil die TAZ Werbung auf Fotos verpixelt für die die TAZ bezahlt hat, soll die keine Werbung mehr auf ihrer Site schalten? Wo ist der Zusammenhang?
    MfG

  16. Die taz ist in diesem Fall doch sehr konsequent. Sie hat ja laut ihrem Hausblog-Text nichts gegen Werbung oder Sport-Sponsoring. Es ist eher so, dass sie Firmenlogos nur noch dann Abdrucken will, wenn die Firmen dafür bezahlen. Sind die Logos auf einem Sport-Foto, würden sie “gratis” abgedruckt werden, die Firmen würden also in der taz präsent werden, ohne eine Anzeige geschaltet zu haben. Das heißt: Würde eine Firma der taz Geld geben, damit sie ihr Logo auf Sporttrikots nicht mehr Verpixelt, würde sie es wahrscheinlich auch nicht mehr tun. (Außerdem ist die ganze Aktion natürlich auch eine gute Werbung für die taz selbst – wann bekam ihr Sportteil je zuvor solche Aufmerksamkeit?)

  17. Ole Reißmann

    23.08.2011 — 09.47

    Danke für die differenzierten Kommentare. Ich habe eine Präzisierung anzubieten, @xyz:

    “Wie die meisten anderen Medien ist natürlich auch die taz auf Werbeinserate angewiesen.”

    Wo kommen wir denn hin, wenn eine Zeitung nur noch auf die Verwertungskette schielt und sich überlegt, welche Firmen denn in der Berichterstattung vorkommen dürfen – wenn Merkel mit einem Airbus fliegt, muss man dann den Firmennamne weglassen, weil Airbus erst bitte einen Werbevertrag mit der Zeitung abschließen muss?

    Die Haltung “Wir wollen aber bitte mitverdienen” ist aus meiner Sicht schwierig. Wenn die “taz” keine Lust auf Logos der Deutschen Bank hat, soll sie eben auf das Foto verzichten. Was kommt als nächstes? Die Dienstlimousine von Sarkozy wird gepixelt, weil der Hersteller nicht zahlt?

    • Sie haben mit Ihrem Kommentar Recht, Herr Reißmann, die Grenzziehung ist schwierig.

      Dies ist aber ein Beleg dafür wie sehr die Werbung schon den öffentlichen Raum durchdrungen hat. Ist der Dienstwagen gekauft oder gesponsert? Werbeplakate, Stadionnamen…

      Nur weil man auf Anhieb keine scharfe Grenze ziehen kann, bedeutet es nicht, das hier vielleicht etwas getan werden könnte. Und nur unsachlich zu polemisieren ist auch keine angemessene Reaktion

      Mir stellen sich da ganz andere Fragen:
      – Warum muss Sportsponsoring immer mit Werbung verbunden werden?
      – Wie weit sind Fotos in den Medien eigentlich schon auf die Werbung hin ausgerichtet und keine Nachrichten mehr?
      – Produktplacement in Filmen ist ja auch umstritten, warum nicht in der Printwelt thematisieren?

      Ich finde die Taz-Aktion sehr anregend.

  18. Peter Brülls

    23.08.2011 — 10.14

    Verstoß gegen das Berufsethos ist nicht gegeben, wenn klar ist, dass an einer Stelle das Bild abgeändert wird.

    Das ist hier gegeben, jeder erkennt, dass dort Werbung unkenntlich gemacht wurde.

    Dass Details von Bildern sichtbar unkenntlich gemacht werden, ist auch absolut üblich, etwa bei der Berichterstattung bei Verbrechen, Unfällen und ähnlichem, wo Personen und Kennzeichnen verpixelt oder geschwärzt werden.

  19. challenbecker

    23.08.2011 — 10.30

    Finds ok. Ich mein warum soll ich umsonst für wen werben? “Mein Print, mein Onlineportal – meine Regeln”

    Geht dem Nutzer irgendwas Essentielles verloren? Sehe ich nicht so. Auch wenns teils unschön ausschaut, aber da kann der Photoshopper mit Sicherheit noch was draus zaubern. Oder einebnen.
    Es ist letztendlich die Aufregung nicht wert.
    Abgesehen davon, dass ich das bei SpOn auch gern sehen würd.

  20. Ole Reißmann

    23.08.2011 — 11.18

    @Peter Brüll: Ja, aber da geht es um rechtliche Vorgaben und Pressekodex, nicht um Profitinteressen. “Mir gefällt das nicht, weil ich dafür bitte Geld haben möchte” ist etwas völlig anderes als “Ein Gesetz verbietet es mir, die Person öffentlich zur Schau zu stellen” – oder nicht?

  21. “Wo kommen wir denn hin, wenn eine Zeitung nur noch auf die Verwertungskette schielt und sich überlegt, welche Firmen denn in der Berichterstattung vorkommen dürfen – wenn Merkel mit einem Airbus fliegt, muss man dann den Firmennamne weglassen, weil Airbus erst bitte einen Werbevertrag mit der Zeitung abschließen muss?”

    > Die Frage ist vielmehr ob ein schlichtes “Angela Merkel reiste mit dem Flugzeug […]” nicht schon ausreichend wäre.

    “Die Haltung “Wir wollen aber bitte mitverdienen” ist aus meiner Sicht schwierig. Wenn die “taz” keine Lust auf Logos der Deutschen Bank hat, soll sie eben auf das Foto verzichten.”

    > Und genau das hat auch etwas mit kritischen Journalismus zu tun, dass darüber nachgedacht werden darf, welche Bilder den Zeitungen bereitgestellt wird und ob unhinterfragt abgedruckt wird oder ob nicht darauf aufmerksam gemacht werden sollte, das auch Zeitungen z.B. selbst darüber entscheiden sollten, was sie abdrucken und wofür sie werben möchten.

  22. Im ersten Moment dachte ich mit “verpixeln” sei die (web-) analytische Erfassung gemeint.
    Wie clever die “unfreiwilligen” Ad-Impressions zu zählen und ggf. den Advertizern in Rechnung zu stellen!

    Dann musste ich enttäuscht feststellen, dass doch nur die Unkenntlichmachung gemeint war. Schade.

  23. Das, was Sport-“Vereine” (oder Aktiengesellschaften wie in Dortmund und München) als “Sponsoring” bezeichnen, ist keines. Es ist pure Reklame. Als der Begriff “Sponsor” aufkam, stand er für “Förderer”, das war noch nahe am Mäzen. Aber ein Mäzen wäre sich viel zu fein dazu, die Geförderten zu zwingen, Journalisten nur noch vor einer mit Logos vollgesprenkelten Wand und in einem Hemd mit Logo auf dem Kragen Interviews zu geben.

    Als TV-Gebühren-Zahler ärgere ich mich auch über Bandenwerbung, denn das Geld kommt nicht der ARD oder dem ZDF zugute. Die bezahlen sogar noch für die Senderechte – und blenden nicht “Dauerwerbesendung” ein, obwohl die Reklamebelästigung penetranter ist als irgendeiner Prosieben-Stefan-Raab-Show.

    Deshalb: taz macht’s richtig.

  24. Wir sind ernsthaft am Grübeln, uns anzuschließen. Kein Beispiel aus dem Sport- aber Veranstalter großer Events werben immer öfter offen damit, dass es “relativ sicher ist”, dass bei TV (hier gerade die öffentlich/rechtl. teils offen genannt) und Print und Web entsprechenden “Zusatzbenefit” für die Werbung vor Ort etc. gibt. Ergo – zahlt bitte an uns mehr, wenn über uns berichtet wird.

    Wie eingangs formuliert. Wir sind ins Grübeln gekommen – dank der Taz 😉

  25. Leider geht Ihr Beitrag an der Sache vorbei, denn die TAZ bemängelt “mittelbare Werbung”.

  26. Das einzige Problem an der Geschichte. Der Sport lebt von der Werbung. Ohne Werbung gäbe es vieles nicht über das die Medien berichten könnten. Insofern profitieren die Herrschaften schon davon, wenn auch indirekt.

    Oder wie sollen sich Randsportarten wie eben Tischtennis sonst über Wasser halten? Durch Zuschauereinnahmen oder gar echts Sponsoring der taz? Wohl kaum

  27. Ich denke schon, dass die Medien durch Sport-Sponsoring profitieren, würden nun alle einschwenken und pixeln, fände ich das verlogen. Durch Sponsoring ist es beispielsweise möglich, aus der Bundesliga ein Spektakel mit Weltstars zu formen. Das muss man nicht gut finden, vielen scheint es aber zu gefallen. Die vielen “echten Fußballfans” die marode Stadien, kleine Holzbanden mit dem lokalen Gartencenter als Hauptsponsor und unbekannte Grottenkicker gut finden, habe ich noch nicht getroffen. Also: Erfolgreiches Sponsoring entscheidet über die Attraktivität des Spitzensports, und somit auch über seinen Nachrichtenwert. Oder anders herum: Welche Zeitung wird wohl eher gekauft? Die mit dem Aufmacher Bayern gegen Barca, oder die mit Preußen Münster gegen VFL Hameln?

    Viele Grüße

  28. Wenn die taz keine Werbung auf Fotos will, soll sie einfach keine Fotos drucken! Aber Moment: Die taz will ja durch die Berichterstattung über das (werbe-[mit]finanzierte) Ereignis selbst verdienen und hebt deshalb Bilder vom Ereignis ins Blatt. Das ist schon ein wenig parasitär.

    Als nächstes verpixeln wir dann übrigens Angela Merkel, weil uns Gerhard Schröder besser passt.

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