Sportbildverpixelung

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Die „taz“ macht Werbung auf Sportfotos unkenntlich, weil sie nichts am Abdruck der Firmenlogos verdient und die Kommerzialisierung des Profisports sowieso grundübel ist. Nur ist das leider völliger Blödsinn.

Den Menschen wird zuviel Werbung zugemutet, hat die Berliner „taz“ beschlossen. Deswegen, und weil Durchökonomisierung im Sport um sich greift, pixelt sie auf Sportfotos nun die Logos der Sponsoren. Was eine Woche lang ausprobiert wurde, soll nun die Regel werden, meldet das Hausblog der Zeitung. Warum dann allerdings auf taz.de immer noch Anzeigen blinken, wird dort nicht erklärt. Ach so, vielleicht kann die „taz“ das Geld ja gebrauchen, für ihre Mitarbeiter, für guten Journalismus.

Warum werden dem Sport die Einnahmen eigentlich nicht gegönnt? Dort werden schließlich nicht nur Spitzengehälter für einige wenige Spieler bezahlt, sondern neue Stadien gebaut, der Breitensport gefördert, gute Ausrüstung angeschafft. Und nur, weil die „Bild“ mit Werbung gut verdient, beschließt die „taz“ nicht angeekelt ein Werbeverbot im eigenen Blatt.

Und dann wäre da noch die Berufsethik: Fotos, die im Kontext von Berichterstattung erscheinen, sollen doch bitte wahrhaftig sein und zeigen, wie sich die Szene dem Fotografen präsentiert hat. Der trifft dann immer noch eine Entscheidung, wählt Aufnahmetechnik und Motiv, dann kommt die Redaktion und sucht sich einen passenden Zuschnitt aus. Aber bei all diesen Entscheidungen gilt dann doch: Der Inhalt des Bildes wird nicht nachträglich verändert oder passend gemacht.

Das Verpixeln der Werbung ist ein solcher Eingriff. Nur wenn die „taz“ schon keine Lust auf Werbung hat, sollte sie wenigstens konsequent sein.

Originalfoto: Gerhard Palnstorfer, CC-Lizenz