Christian Kracht: Die Toten

Worum geht’s? Der Weltkrieg wird auch mit Kinofilmen geführt. Ein japanischer Ministerialbeamte, Masahiko Amakasu, bittet im Jahr 1933, einen deutschen Filmregisseur nach Tokio zu entsenden. Es braucht eine Antwort auf Hollywood! Die mächtige Ufa in Berlin schickt dann aber doch nur den Schweizer Emil Nägeli.

„Die Toten“ erzählt von diesen beiden Männern, die sich in einer Mischung aus Bewunderung und Verachtung an einem mythischen Deutschland abarbeiten. Erst wird ihre Vorgeschichte erzählt, dann prallen beide aufeinander, dann kommt ein kurzer und dramatischer Schluss. Drei Teile, wie im japanischen Noh-Theater.

Worum geht’s wirklich? Um Christian Krachts heimliche Bewunderung für die Nazi-Ideologie, hübsch verpackt in Ironie, zugekleistert von einer prätentiösen Sprache voller lächerlicher Adjektive. Außerdem um den Opportunismus von Charlie Chaplin.

Lohnt sich das? Klar doch. So wie Emil Nägeli einen Gruselfilm drehen will, hat Christian Kracht ein weiteres Gruselbuch geschrieben. Die Frage, was er denn nun davon ernst meint, ist allgegenwärtig. Dabei ist alles wie immer nur ein Spiel, der echte Kracht steht daneben und lacht uns alle aus. Wer damit leben kann, kriegt ein kurzweiliges Buch Popliteratur.

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