Ingrid Burrington: Networks of New York

Worum geht’s? Das Internet versteckt sich vor unseren Augen. Wer mit diesem Buch durch New York geht, lernt das Internet zu sehen: In welchen Kabelschächten und Kästen an Straßenmasten es steckt. Welche Hinweise Bauarbeiter in Neonfarben auf den Asphalt sprayen. Hinter welchen fensterlosen Mauern Datenhubs und Netzknoten untergebracht sind.

Worum geht’s wirklich? Was Burrington zwei Jahre lang recherchiert hat, ist für viele Techniker und Ingenieure nichts Neues. Aber ihr Field Guide richtet sich auch vor allem an die breite Öffentlichkeit, vor der dieses Wissen nicht gerade ausgebreitet wird. Schließlich läuft über die Datenleitungen und Funknetze nicht einfach nur das Internet, sondern Finanzströme und Überwachungsdaten. Burrington beschreibt allgemein verständlich eine mächtige und folgenreiche Infrastruktur.

Lohnt sich das? Ja, nicht nur für Infrastruktur-Nerds. Burrington betreibt, was die Medien-Professorin Shannon Mattern „Infrastructural Tourism“ nennt. Ihre generelle Kritik an dieser Art Field Guides ist als Ergänzung zu „Networks of New York“ unbedingt lesenswert: „The presumption that infrastructures are ‘hidden’ or ‘magic,’ and thus require demystification through a field trip or field guide, signals great privilege.“

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