9 Tipps zur re:publica 2015

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Dienstag

Immersive Journalism: Using virtual reality for news and nonfiction
12.15 Uhr, Stage 1
Live dabei, wenn Menschen sterben: Geschichten erzählen für 3D-Brillen kann sehr verstörend sein. Nonny de la Peña weiß das und schockt absichtlich. Fotos von abgerissenen Köpfen sind nichts dagegen. Seit ihrem Auftritt in Malmö frage ich mich, ob das wirklich sein muss, ob Menschen nur noch so Empathie empfinden können.

Deep Lab – Art and Hacking in the Post-Snowden Age
17.45 Uhr, Stage 1
„We are engaged in ongoing critical assessments of contemporary digital culture by utilizing code and culture.“ Mehr über Deep Lab hier von Hakan: „a gang of bad-ass cyberfeminists.“

Hollywoods Hacker
19.45 Uhr, Stage 6
Hakan Tanriverdi und ich: Wie Hacker im Kino gezeigt werden, wie wenig das mit der Wirklichkeit zu tun hat — und welche Filme zumindest etwas Mühe erkennen lassen: Eine Reise durch die Absurditäten der Filmgeschichte.

Mittwoch

The Video Offensive – Platforms and their Video Strategies
11 Uhr, Stage 5
Mit YouTube, Amazon, Facebook, Yahoo und dem Bayerischen Rundfunk: „How do the various platforms’ video strategies look? Who can make new inroads into the market? And what opportunities exist for German and European production houses?“

Hype, Hype, Super-Hype
12.30 Uhr, Stage 6
Wir — Hakan Tanriverdi, Martin Giesler und ich — zeigen, welche Anstrengungen Publikationen unternehmen, um im „content war“ zu bestehen – und stellen die aktuellen journalistischen Hypes vor.

Youth Entertainment – Hands On
15 Uhr, Stage 5
„Eine Gruppe Jugendlicher/junger Erwachsener hat neue und innovative Jugendformate aus dem europäischen Ausland über alle Plattformen hinweg für uns gesichtet und stellt ihre Favoriten vor.“

Donnerstag

Self Exploitation on Today’s Internet
10.30 Uhr, Stage 1
Justin Hall! „Are you maximizing your online personhood and leveraging your personal brand for the benefit of your lifetime monetization?“

The myth of the empowered consumer. How social media failed to deliver on its promise.
12.30 Uhr, Stage 8
Laura Sophie Dornheim und Max Orgeldinger

Die sieben DIY-Weisheiten von „Eine Stunde Netzbasteln“
16.45 Uhr, Stage 2
„Gibt es wirklich eine echte Maker-Szene im Land der höchsten Baumarktdichte? Was unterscheidet Maker von Heimwerkern? Wie findet man sein Bastelhobby? Und was sind die schlimmsten Fails?“ Moritz Metz über seine DRadioWissen-Sendung.

Fünf tolle re:publica-Talks

Auf der re:publica habe ich natürlich wie ihr alle auch zu wenig Talks gesehen — und hole das nun nach. Hier sind fünf Talks, die ich gerne weiterempfehlen möchte:

Rin Räuber: Let’s go to Mars

Die Internationale Raumstation ist nur besseres Camping, wir müssen zum Mars! Keine Frage, jedenfalls nicht nach diesen 25 Minuten, in denen Rin Räuber uns an ihrer Mars-Begeisterung teilhaben lässt. Sie erzählt von bisherigen Missionen und wie sich die Nasa so eine Reise derzeit vorstellt. Kennedy hat vor 53 Jahren versprochen, dass bald Menschen auf dem Mond spazieren würden. Nun bittet uns Rin Räuber, allen von der Möglichkeit einer Marsreise zu erzählen – hiermit erledigt.

Moritz Metz: Wo das Internet lebt

Vom DSL-Modem über den Kasten auf der Straße durch den Ozean bis hin zu den Google-Servern: Der Radiomacher Moritz Metz hat für Arte, Zündfunk und Breitband das Internet bereist wie ein Datenpaket und auf dem Weg mit allerlei Leuten gesprochen. Ein sehr lustiger Talk, der Lust macht auf die komplette Serie.

Laura Sophie Dornheim: Todessternsünden

Völlerei ist eine ganze Staffel „House of Cards“ gucken, stundenlang durch Tumblr klicken und 35 Paar Schuhe bei Zalando bestellen. „Muss nicht sein und wäre sogar besser, wenn nicht“, sagt Laura Dornheim. Sie übersetzt die sieben Todsünden ins digitale Zeitalter, ganz ohne Weihrauch. Für mehr Effizienz auf dem Weg in den Himmel!

Assets, Objects, Points: Was Structured Journalism bringen kann

Warum ist der leidige Artikel eigentlich immer noch das Standardformat im Web? Florian Steglich und Thom Nagy von der NZZ haben zusammen mit Sebastian Horn von Sourcefabric über journalistische Stories als Summe von Datenpunkten gesprochen. Hier sind die Folien. Alles sehr einleuchtend, für Journalisten und vor allem Nutzer sehr praktisch – und gleichzeitig frustrierend: Was hier beschrieben wird, ist zwar technisch möglich, passiert bisher aber nur in einigen Ausnahmefällen und in Apps.

Drachenväter: Wie Offline-Rollenspiele die virtuelle Realität formten

Konrad Lischka und Tom Hillenbrand haben es irgendwie hinbekommen, auf der re:publica nicht für ihr großartiges, über Crowdfunding finanziertes Rollenspiel-Geschichtsbuch „Drachenväter“ Werbung zu machen. Stattdessen haben sie erklärt, wie wir alle heute noch mit Elementen aus den Rollenspielen der vergangenen Jahrzehnte in Berührung kommen. Denn die Spiel- und Regelmechanismen leben in Software fort, in Konsolengames und Handyspielen. 5000 Erfahrungspunkte!

Wild Wild Web: Video und Links

Hakan und ich durften auf der re:publica über Netzkultur ohne niedliche Katzen sprechen. Hier sind die Videos und Seiten, die es zu sehen gab:

xXxJESUZ DIED 4 UR [MLG] DONUTSxXx 420 DUBSTEP SKRILLEX REPAIR ZONE

Bild-Reporter Ralf Schuler: Wenn Geschichte passiert, ist ER vor Ort…

Die Original Cinegif-Seite „If We Don’t, Remember Me“ ist geschlossen, über Giphy findet man viele der Gifs aber noch.

Mafia-Killer Giovanni Rossi: Der Mann, der den Tod bringt

Texts from Hillary

OH MY DAYUM – Songify the 5 Guys Review

WEB INTRO MOSHED

TaxCox

SpongeBacillus Regularis- Porous Existence

Deep Into YouTube auf reddit.tv und auf Reddit

Der Führer macht sich stets Gedanken um aussagekräftige Videotitel

Scheiße Bernd… (Krautchan 1:0 Medien)

Miley Cyrus – Wrecking Ball G-Major

Wer sich immer noch fragt, was das alles soll: Jana Felgenhauer hat mich dazu befragt, für den re:publica-Reader zu Tag 3.

Breaking News

Update: 23 Thesen jetzt hier

Chefredakteure, Intendanten, Staatssekretäre — und wir: Jessica Binsch (dpa), Hakan Tanriverdi (sz.de) und ich sind am 7. Mai auf der Media Convention in Berlin. Wir bringen Thesen zur Medien-Zukunft mit, die den Namen auch verdienen. Die Convention läuft parallel zur re:publica, unser Talk steht danach auch als Video und Text im Netz. Wir freuen uns auf Diskussion und Widersprüche!

Die „Breaking News“-Show: 23 Thesen zur Zukunft der Medien

Wild Wild Web auf der re:publica

Update: Jetzt mit Video und allen Links hier

Hakan und ich dürfen Euch auf der re:publica mitnehmen in die dunklen, seltsamen und verstörenden Ecken des Webs.

Da draußen gibt es noch Netzkultur, die nicht eine halbe Stunde später im Mainstream landet oder von Werbeagenturen geflöht wird. Wir suchen nach Netzphänomenen, die sich der Verwertung durch die weltweite Klickmaschinerie entziehen. Wir schauen uns “Deep YouTube” und “Weird Twitter” an, besuchen Krautchan und schlagen eine Skala der Unvernunft vor.

Eine Reise in die dunklen, seltsamen und verstörenden Ecken des Webs, jenseits von Hype und Kommerz. Es wird laut, bunt und auch ein bisschen eklig.

Juhu! Kiezjournalismus auf der re:publica

Update: Video jetzt hier

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Bild onnola, CC-Lizenz BY-SA

Ist das nur alter Wochenblatt-Content in neuen Eingabemasken – oder findet im Hyperlokalen endlich die Medienrevolution statt, von der wir seit Blogbeginn träumen? Um das herauszufinden, zeigen wir aktuelle Beispiele und diskutieren auf der re:publica in Berlin.

Wir schauen uns an, wie “Mittendrin” die Hamburger Presselandschaft auf den Kopf stellt und mit einer Smartphone-App Mediengeschichte schreibt. Wir reden darüber, wie die “Prenzlauer Berg Nachrichten” mit Berichten von Bezirksversammlungen junge Leser begeistern. Wir diskutieren, wie neue Blogs und eingesessene Zeitungen miteinander umgehen. Wir zoomen mit „Florakiez“ runter bis auf eine Straße.

Und wie geht es weiter? Wir fragen uns, für wen der hyperlokale Journalismus eigentlich gemacht wird, in welchen Städten das überhaupt funktioniert und was die wilden, neuen Ideen sind. Klar, dass es dabei auch um Geld geht. Zumindest ein bisschen.

Isabella David, Chefredakteurin von Mittendrin, dem Nachrichtenmagazin für Hamburg-Mitte

Annika Stenzel, Chefin vom Dienst bei der taz nord

Natalie Tenberg, Mitgründerin von Florakiez, freie Journalistin und Autorin

Juliane Wiedemeier, Gründungsredakteurin der Prenzlauer Berg Nachrichten und freie Journalistin

Moderation von mir. Genauer Termin kommt in den nächsten Tagen. Wir freuen uns sehr!