Alles für die Klicks?! Hinter den Kulissen von bento

Julia Rieke und ich haben auf der Media Convention über bento erzählt — natürlich in Form eines Quizzes.

Wir haben berichtet von politischen Klick-Bestsellern, von Praktikanten auf Porno-Recherche, Videos auf Facebook und was wir mit bento eigentlich vorhaben.

Es ging auch um die Frauenquote: Bei uns in der Redaktion liegt sie bei 77 Prozent. Die Redaktionsleitung ist eine Doppelspitze, die Textchefin eine Frau, die Teamleitungen Video und Web: auch Frauen. Von den 505 Autoren, die bei uns veröffentlicht haben, sind 62 Prozent Frauen. Das Ergebnis: Automatisch tauchen in unseren Beiträgen mehr Expertinnen, Managerinnen, Forscherinnen und Politikerinnen auf.

Ein Video davon gibt es auf YouTube

Un-faking the news

Das NiemanLab der Harvard University hat mich gefragt, was 2017 für den Journalismus wichtig wird. Meine Antwort: Un-faking the news.

Much has been said and written about fake news. It all boils down to this: It’s the arch nemesis of journalism. The moment you get involved, you get infected. You draw attention to this nonsense, spreading rumors by debunking them.

So far, we’ve ignored the worst rumors, the most absurd conspiracy theories. When they went low, we stood clear. But does this work anymore? We face a dilemma: We can ignore the fake news and become part of the story. (See what they don’t tell you!) Or we can take rumors seriously, invest resources, and fact-check them. (If they deny it, it must be true!)

How do you argue with people for whom facts are negotiable? How do you reach out to people who are opposed to the principles of journalism? Because it’s not enough to warn our users about fake news: We need to reach the users who stay away from us. We need to enter the filter bubbles where conspiracy theories flourish, to understand the attraction, aesthetics, and economics of fake news, the mechanisms by which rumors spread on social media and enter search results. Then, we need to use this knowledge to disrupt the self-enforcing circle of rumors and fake news.

We need to vaccinate the public with real journalism: explaining in detail how we come to a conclusion, how facts are gathered, what should be considered a fact and why — how journalism works.

One could argue that we’re not responsible — that parents, schools, and others are to blame. While there might be some truth to that, it doesn’t help. Un-faking the news is no easy task. It doesn’t promise us a pot of gold. And we won’t convince everyone. But it’s our civic duty to try, because we can’t entrust technology companies with editorial decisions. And we certainly cannot let governments and their agencies decide what’s newsworthy and what’s not.

This task requires journalists and publishers that care deeply about democracy and freedom of speech. When fake news hits, we need to hit back, vigorously.

bento in der “Washington Post”

Ein Erfolg für bento: Wir sind noch nicht mal ein Jahr am Start, da zitiert uns die “Washington Post” zur nationalen Burka-Debatte.

Das Verbot von Burkas und die Bestrafung ihrer Trägerinnen ist dieses Jahr das Sommerloch-Thema, befeuert von CDU-Politikern und “Bild”-Zeitung. Auf den meisten Fotos zum Thema sieht man allerdings Frauen im Nikab.

Burkas sind hingegen die blauen Ganzkörperschleier aus Afghanistan, bei denen auch noch die Augen hinter einem Gitternetz verschwinden. Unser Autor Fabian Köhler beschäftigt sich schon lange mit dem Islam in Deutschland und wurde stutzig: Gibt es in Deutschland Burka-Trägerinnen?

Also hat er sich auf die Suche gemacht und herumgefragt. Bei Muslimen, Imamen, Behörden, in der afghanischen Botschaft. Das Ergebnis: Vielleicht gibt es wirklich Frauen in Deutschland, die Burka tragen. Aber wenn, dann sind es einige wenige, die öffentlich keine Rolle spielen. Die Burka in Deutschland ist ein Gespenst.

Diese bento-Recherche hat es in die “Washington Post” geschafft, wo sie in zwei Absätzen ausführlich zitiert wird.

Welche Newsletter ich wirklich noch lese

Alle verschicken jetzt Newsletter. Ich bin ohnehin viel im Internet und kriege viel über Twitter mit, habe aber trotzdem einige abonniert. Einige lese ich sogar:

NEWS

NextDraft
Dave Pell liest das Internet leer und erzählt, was gerade wichtig ist. Super strikte Form, jeden Tag zehn Einträge. Snackability: Hoch.

AJ+ Trends Report
Was bewegt Millennials? Welche #Hashtags trenden? Die Macher von AJ+ scannen das Netz und verschicken diesen Newsletter auch als Test: Welche Themen stoßen auf Interesse, wo lohnt sich Berichterstattung?Snackability: Geht, an manchen Tagen ganz schön lang. Oft sehr Amerika-lastig.

LINKS

Digg Video
Ein bisschen versteckt auf der Seite: Digg hat einen täglichen Newsletter nur für Videos. Snackability: Die Liste der empfohlenen Videos ist nicht zu lang, hat aber keine Vorschaubilder, nur Text.

Adolescence is a marketing tool
Sara Weber stellt wöchentlich tolle Podcasts vor. Snackability: Läuft, launige Einträge, gut scanbar.

Klicks
Mein eigener wöchentlicher Newsletter mit Links zu Netzwelt und Medien. Optimiert auf Lesbarkeit und Snackability. Die ist superhoch.

FURR

This Week in Cats
BuzzFeed hat natürlich einen Katzennewsletter. Er ist sehr, sehr gut. Snackability: Geht, vergleichsweise viel Text.

The Daily Flausch
Jeden Tag gute Nachrichten. Hohe Snackability, und zum Schluss noch ein GIF.

Die täglichen Daily Bits der deutschen Wired lese ich eher nicht, ich bin auf Twitter und haben das meiste Zeug schon am Vorabend gesehen. Now I Know von Dan Lewis ist liebevoll gemacht und interessant, aber ich lese das ehrlichweise kaum. Maria Popovas Brain Pickings Weekly ist cool, aber fast so ausführlich und komplex wie ein kleines Magazin. Das Social Media Watchblog macht gerade Sommerpause, ist aber Pflicht. Könnte natürlich noch früher am Morgen kommen :)

Tipps? Ergänzungen? Ich würde mich freuen! Hier oder @oler

Drei Medien-Experimente für Millennials #ijf15

newswall

Wie erreicht man mit Journalismus junge Menschen? Hier drei Beispiele vom #ijf15, dem International Journalism Festival in Perugia:

4NewsWall

Das sieht nach Snapchat aus: Die Startseite von 4NewsWall ist eine Wand aus GIFs. Dahinter verbergen sich kurze News, die oft auf Videos und News des britischen Senders Channel4 verweisen. Channel4 will mit der neuen Seite die 40 Prozent der Millennials erreichen, die sich immerhin noch ein bisschen für News interessieren, um mitreden zu können. (40 Prozent sind verloren und interessieren sich nicht mehr für News, 20 Prozent sind schon Nutzer.) Gestartet am 1. März, noch keine 500 Facebook-Fans.

3nz.it

Große Bilder und nur Überschriften, mobile first: Die italienische Gruppo L’Espresso hat für junge Nutzer die Seite 3nz.it gestartet. Auch als Experiment, um soziale Medien besser zu verstehen. Auf der neuen Seite werden auch passende Inhalte von anderen L’Espresso-Angeboten veröffentlicht — und werden dann öfter geteilt und abgerufen als auf der Originalseite. Gestartet im Oktober 2014, rund 80.000 Fans auf Facebook.

reported.ly

Noch keine Website, nur Social Media: reported.ly berichtet über aktuelle Ereignisse, vor allem auf Twitter. Entdeckt Trends, verifiziert Meldungen, folgt Themen. Andy Carvin und fünf Kollegen, die Hälfte in New York, die andere in Europa. Muss erstmal kein Geld verdienen, First Look Media zahlt ein Jahr Experiment. Pflegt 200 öffentliche Twitter-Listen mit Quellen zu Ländern und Themen. Widmet sich ausführlich dem Jemen. Hat Kontakt zu Quellen vor Ort, bekommt viele Tipps über WhatsApp, Community hilft mit Übersetzungen und Fakten. Gestartet im Dezember 2014, rund 12.000 Follower auf Twitter.

Mehr interessante Medien-Experimente und neue Projekte sammelt David Bauer: An unfinished list of ventures in journalism you should be watching (and why)

ZDF und Putin reiten den Wieselspecht

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Bild: Jörgen Camrath

Ein Wiesel will einen Specht fressen, der Specht fliegt los: Diesen Kampf hat der Brite Martin Le-May fotografiert. Am Montagabend postete er ein Bild auf Twitter. Am Dienstag ist sein Foto schon als News auf hunderten Webseiten. Parallel dazu erscheinen die ersten Mashups. Der #WeaselPecker, kombiniert mit anderen Meme-Berühmtheiten wie dem halbnackten Putin.

Jörgen Camrath bastelt den Putin-Wieselspecht in die „Tagesschau“. Ein Witz, jedenfalls noch. Vier Stunden später dann im ZDF, in der Nachrichtensendung „heute nacht“ zwischen Beiträgen über Polizei-Ausrüstung und Vulkanausbruch:

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Genau, „Huckepack-Hype“ im Internet. In dem Beitrag von Rafael Bujotzek kommt auch Martin Le-May zu Wort. Der freut sich, dass sein Foto um die Welt geht. Zum Glück, schließlich vertragen sich Urheberrecht und Meme meist überhaupt nicht. So aber kann das ZDF Mashups zeigen, inklusive Putin:

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Quelle: Fernsehen

„Jeder setzt noch einen drauf. Da machen wir Mainzelmännchen gerne mit“, heißt es weiter. Zu sehen ist ein Tweet von Bujotzek, den dieser am Abend veröffentlicht hat. Übrigens nur wenige Minuten, nachdem Jörgen Camrath sein „Tagesschau“-Bild gepostet hatte. Der Unterschied: Der eine macht einen Spaß, der andere bespaßt seinen eigenen Nachrichtenbeitrag.

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Quelle: Fernsehen

Ein Internet-Meme als Abendnachricht im ZDF. Hakan Tanriverdi und ich haben diese Entwicklung im vergangenen Jahr auf der re:publica in unserem „Wild Wild Web“-Vortrag erklärt: Meme können „wir“ Journalisten jetzt auch. Nun hat sich auch das ZDF diese Spielart der Webkultur angeeignet und hilft sogar mit Mainzelmännchen nach.

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Quelle: Fernsehen

Das Bild des halbnackten Putins, der eigentlich auf einem Pferd reitet, findet sich im Web mit Hinweis auf die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti und wurde von Reuters und Landov verbreitet. In der Beschreibung dazu heißt es: „Putin, who was prime minister at the time, rides a horse in southern Siberia’s Tuva region on Aug. 3, 2009.“ Mashups davon gibt es mindestens seit 2012, eines davon findet sich im „New Yorker“.

Woher der Putin-Wieselspecht kommt, lässt sich übrigens auch herausfinden: Die Idee stammt von dem Autor und Journalisten Günter Hack, der auf Twitter fragt: „Hat schon jemand den halbnackten Putin auf den Wieselgrünspecht montiert?“ Der Architekturstudent Sebastian Ćlìčhé sieht diese Frage dank eines Retweets von Christopher Lauer und antwortete mit Bildern: „Ja. in mehrern Varianten sogar.“ Für die ZDF-Nachrichten war die Meme-Genese dann aber offenbar zu viel Information.

Update mit Hinweis auf den Retweet von Christopher Lauer (5.3.2015) und zur Herkunft des Oben-ohne-Putins (6.3.2015).

Zwei super Vorträge für Deine Konferenz günstig abzugeben

Auf der Suche nach Qualitätsinhalten für die nächste Medienkonferenz? Look no further! Zufällig™ gibt es hier zwei brandheiße Vorträge im Angebot, mit vielen Beispielen, konkreten Hinweisen aus der Praxis und viel Diskussionsstoff. Bei Interesse einfach Kontakt aufnehmen oder weiterempfehlen. Danke!

Zurück zur E-Mail: Warum Newsletter gerade so heiß sind (mit Jessica Binsch)

Nach Facebook-Einträgen und Push-Nachrichten sind Newsletter das nächste große Ding: mit wiederkehrenden Mailereignisse direkt in die Inbox der Leser. Seit einem Jahr explodiert das Angebot. Wir zeigen die wilde, bunte Welt der Newsletter, von literarischen Kleinoden bis hin zu personalisierten Roboter-Updates. Wir stellen unsere Typologie der Newsletter vor, zeigen jede Menge Beispiele und verraten einen dreckigen Trick.

2015 ist das Jahr des Newsletters. Kaum eine Seite, die nicht mindestens ein Abonnement anbietet. Kaum jemand, der nicht Linktipps per Mail rausschleudert. Newsletter ordnen unsere Nachrichtenflut, treten auf die Bremse, gewichten. Die Autoren werden zur persönlichen Navigationshilfe im Netz. Das freundliche Content-Marketing profitiert dabei vom Wissen der Spammer und Marketingprofis.

Längst dienen die E-Mail-Updates nicht mehr nur der Markenpflege oder der Klickgewinnung. Newsletter werden selbst zum einträglichen Geschäft: Die tägliche Nachrichtensammlung “TheSkimm” hat gerade sechs Millionen Dollar von Investoren bekommen.

Wir begeben uns auf eine Reise durch die Inbox, mit erfreulichem Ausgang. Komm, ein Abo geht noch!

Owned Media. Verlage, wir haben ein Problem

Vodafone, E-Plus und Saturn machen sich Wohlfühl-Berichterstattung über Technik einfach selbst. Das Corporate Publishing soll aussehen wie Journalismus, Reichweite bringen und Kunden binden – und konkurriert mit echten journalistischen Angeboten. Ich möchte zeigen, wie es soweit kommen konnte, warum das eine Katastrophe ist und wie wir da gemeinsam wieder rauskommen. Mit konkreten Beispielen aus Deutschland und den USA. Mit Anekdoten von PR-Profis, Journalisten und Bloggern.

Ich möchte mit fünf Missverständnissen aufräumen:

  • Das ist doch nicht neu, das sind einfach digitale Kundenmagazine.
  • Das ist eine Chance für den Journalismus, der muss nur seine Unabhängig herausstellen.
  • Werbung ist im Web der Normalzustand, kein Grund zur Aufregung.
  • Die Nutzer können das schon unterscheiden.
  • Wir schreiben „Werbung“ drauf und gut ist.

(In Anknüpfung an diesen Beitrag hier.)

Was es mit den DigHeads auf sich hat in 9 Antworten

Wer sind die DigHeads?

17 innovative Medienmacher, die von Journalistik-Masterstudenten der Universität Hamburg porträtiert wurden. Darunter sind zum Beispiel Susann Hoffmann von Edition F und Hansi Voigt von Watson.

Wo gibt es die Porträts?

Auf der Webseite digheads.de und auf dem Medienportal Vocer.

Soll ich das lesen?

Klar! Hier ein paar Zitate: “Man braucht da nicht so schrecklich viel Geld, man braucht Ideen. Das ist natürlich beängstigend für diejenigen, die Journalismus vor allem als betriebswirtschaftliche Größe begreifen”, sagt Stefan Lamby von Dbate. “Das ist der next level shit”, freut sich Hansi Voigts von Watson. “Datenjournalismus ist, als hättest du eine unlimited army of interns”, sagt Julius Tröger von der Berliner Morgenpost. Und Dirk von Gehlen von der Süddeutschen warnt: „Wenn Du einen Hashtag postest und nach sechs Stunden hat noch niemand darauf reagiert, ist es so, als würdest du bei einer Party auflegen und am Ende kommt keiner zum Tanzen.“ #DigHeads

Wer hat die 17 ausgesucht?

Die Studenten in meinem Seminar, mit Hilfe von David Bauer (NZZ), Steffi Fetz (Crowdspondent), Martin Giesler (ZDF) und Sissi Pitzer (Bayerischer Rundfunk).

Was, nur 5 Frauen?

Tja. Mein Kurs hat sich hartnäckig gegen eine Quote gewehrt. Ein Trost: Die Frauenquote im Seminar betrug über 80 Prozent.

Was soll das mit den Tieren?

Wenn Journalismus ein Tier wäre, diese Frage haben die Studenten ihren Interviewpartnern gestellt. Aus den Antworten haben sie einen YouTube-Trailer geschnitten. #journotier

Was passiert auf der #smwhh?

Das ist die Social Media Week Hamburg, auf der meine Studenten ihr Praxisprojekt am Freitagvormittag vorstellen und ihre Webseite launchen. Einen Livestream gibt es ab 10.30 Uhr hier.

Ihr wisst schon, wie DigHeads klingt?

¯\_(ツ)_/¯

Und nun?

Gibt es 16 motivierte Journalistik-Studenten, die Lust auf tolle Arbeit haben und nur noch ihre Masterarbeit schreiben müssen. Ein großer Dank an Volker Lilienthal von der Universität Hamburg, der das Seminar ermöglicht hat, sowie an Anna Aridzanjan (Welt), Jonas Leppin (KulturSpiegel) und Medienforscherin Nele Heise für ihre Unterstützung.

Wohlfühl-Lifestyle statt Journalismus?!

Owned Media vs. Journalismus

Vodafone, E-Plus und Saturn machen sich Wohlfühl-Berichterstattung über Technik einfach selbst. Das Corporate Publishing soll aussehen wie Journalismus, Reichweite bringen und Kunden binden.

Für Werbeseiten wie Curved (E-Plus), Turn On (Saturn) und Featured (Vodafone) gibt es einen schönen Fachbegriff: Owned Media. Was die angeblich so unabhängigen Redaktionen mit dem Geld der Konzerne produzieren, ist vor allem eine Wohlfühl-Welt. Tolle Handys, tolle Gadgets, alles ganz toll. Nur nicht zu kritisch werden, das schlägt sonst doch nur auf die Kauflaune.

Die Seiten, von denen zwei schon sehr an das journalistische Angebot The Verge erinnern, sind aufwendig gemacht. Die Unternehmen haben investiert, in Technik und Redaktionen. Fünf Redakteure der Hamburger Agentur Content Fleet sollen das Saturn-Portal befüllen. Der YouTube-Kanal mit 80.000 Abonnenten hat das Riesennetzwerk Mediakraft im Impressum stehen.

Auf dem Gruppenfoto der E-Plus-Seite sind 20 Menschen zu erkennen (Nachtrag: altes Foto, aktuell wohl 25 Mitarbeiter). „Das Ziel ist es, so möglichst viel organische Reichweite zu erreichen und den Einsatz von bezahlter Werbung zurückzufahren“, sagt Jürgen Rösger von E-Plus in einem Interview. Der Hinweis auf E-Plus wird ganz unten auf der Seite versteckt.

Transparenter ist da Vodafone, die ihr Lifestyle-Magazin als Unternehmensblog auf der Firmenseite laufen lassen, „mit Themen und Meinungen von Experten, Journalisten und Vodafone-Autoren“. Die Seite sieht aufgeräumt aus, verzichtet auf Werbebanner und erklärt zum Beispiel die neuen Datenregeln bei Facebook.

Ein Service-Thema, über das auch Seiten wie Süddeutsche.de, SPIEGEL ONLINE oder Computerbild berichten. Die Werbeseiten, zum Teil besser ausgestattet als die Digitalressorts klassischer Medien, treten ganz klar in Konkurrenz zu den rein journalistischen Angeboten.

Ist das alles halb so wild? Checken die Nutzer das und holen sich echte Berichterstattung bei etablierten Medienmarken ab? Sind Verlage selbst Schuld, wenn sie nicht investieren und das Feld Werbeagenturen überlassen — das Vorbild The Verge aus den USA ist schließlich journalistisch? Aber müsste da nicht mindestens überall fett „Werbung“ draufstehen?

Fragen über Fragen. Ich freue mich ernsthaft über Kommentare!